Literaturliste zu Viktor Frankls Logotherapie  (als pdf-Datei)

Viktor Emil Frankl (1905 – 1997)

Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse

Viktor Frankl, Dr. med. Dr. phil., Wiener Psychiater, Neurologe und Arztphilosoph, hat nach Freud und Adler die sog. „Dritte Wiener Schule“ der Seelenheilkunde begründet: Die Logotherapie und Existenzanalyse.

Frankl, Überlebender von vier Konzentrationslagern, war Humanist, der, in der jüdischen Weisheitstradition wurzelnd, im Menschen das sinnsuchende Wesen erkannte. Für ihn ist der Wille zum Sinn der ursprüngliche Beweggrund und Motivation des Menschen.

Nach 1945 war V. Frankl Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik sowie Professor an der Universität Wien und später an der Universität von San Diego in Kalifornien. Die amerikanische Psychiatriegesellschaft verlieh Frankl als erstem nichtamerikanischen Psychiater den Oskar-Pfister-Preis. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften wählte ihn zu ihrem Ehrenmitglied.

Seine 32 Bücher sind in 26 Sprachen erschienen, einschließlich der japanischen, chinesischen, koreanischen und russischen. Sein bekanntestes Werk: „...trotzdem ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“ wurde mehrmals zum besten Buch des Jahres gewählt und allein in den USA in über neun Millionen Exemplaren verkauft.

Frankl beschreibt darin seine persönlichen Erfahrungen in den verschiedenen Konzentrationslagern, u.a. in Theresienstadt, Auschwitz, Dachau.

Schon dem Medizinstudenten Frankl fiel ihm immer wieder auf, – zunächst bei Freud, dann bei Adler, und auch bei sich selbst, – daß Professoren und Buchautoren sich derart intensiv mit nur einem bestimmten Aspekt des Menschen beschäftigten, daß sie ihn gar nicht mehr als ganzheitlichen Menschen sahen. Sie reduzierten ihn auf Körpergewebe, das durch Triebe gesteuert ist (Biologismus), auf ein psychisches, von seinen Bedürfnissen beherrschtes Wesen (Psychologismus) oder auf ein soziales, durch Konkurrenzstreben gesteuertes Wesen (Soziologismus).

Der alte 90jährige Frankl äußerte: „Wenn man nach (...) dem verborgensten Grund meiner Motivation, die Logotherapie zu kreieren, fragt, dann kann ich nur einen nennen, der mich dazu bewogen hat und unermüdlich weiterarbeiten läßt: das Erbarmen mit den Opfern des zeitgenössischen Zynismus, wie er sich in der Psychotherapie breitmacht, in dieser miesen Branche. Mit ‚Branche’ will ich das Kommerzialisierte andeuten und mit ‚mies’ das wissenschaftlich Unsaubere. Wenn die Leute vor einem sitzen, die nicht nur psychisch Leidende sind, sondern durch die Psychotherapie Geschädigte, dann greift es einem ans Herz. Tatsächlich ist der Kampf gegen die depersonalisierenden und dehumanisierenden Tendenzen, die vom Psychologismus in der Psychotherapie ausgehen, ein roter Faden, der sich durch meine ganzen Arbeiten hindurchzieht.“ (V. Frankl, Was nicht in meinen Büchern steht, München: 1995, S. 46.)

Viktor Frankl starb am 2. September 1997 in Wien. Seine Ehefrau stand ihm bis zuletzt bei. Er bleibt als leuchtende Gestalt des Humanismus. Er ist für viele ein Mann, der für bleibende Werte eingetreten und insofern ein großes Vorbild ist.

Über die von ihm begründete Logotherapie und Existenzanalyse sind in mehr als 15 Sprachen 150 Bücher verschiedener Autoren sowie ca. 160 Dissertationen erschienen. Viktor E. Frankls namhafte Schülerin, Dr. habil. Elisabeth Lukas allein hat 35 logotherapeutische Bücher geschrieben (viele davon wurden in 13 Sprachen übersetzt). Ihre Bücher haben wesentlich zur Ausbreitung der Logotherapie in der ganzen Welt beigetragen.

Der Internationale Kongress für Logotherapie in Wien (01. – 03. April 2005) bezeugte sehr eindrucksvoll, wie vielfältig und von verschiedenen Fachleuten die Logotherapie und Existenzanalyse geschätzt und eingesetzt wird. In Deutschland warten wir noch darauf, dass die Logotherapie als anerkanntes Verfahren die ihr gebührende Stellung einnimmt. Unter anderen setzt sich dafür ein der empirische Psychologe Julius Kuhl, der das wertvolle Buch: Der kalte Krieg im Kopf. Wie die Psychologie Naturwissenschaft und Religion verbindet, Freiburg: Herder Verlag 2005 geschrieben hat.

Weltweit wird Logotherapie auch an Universitäten gelehrt. Aktuelle Informationen dazu siehe: www.viktorfrankl.org

Interdisziplinäre Zeitschrift für Bildung, Forschung und Praxis (Englisch, Deutsch, Spanisch)
Logotherapy and Existential Analysis
Logotherapie und Existenzanalyse
Logotherapia y Análisis Existencial
Herausgeberin: Internationale Gesellschaft der logotherapeutischen / existenzanalytischen Ausbildungs- und Forschungsinstitute, Bidemstr. 34, CH – 7310 Bad Ragaz
www.logotherapie-inter-ges.comE-Mail: info@logotherapie-inter-ges.com
Redaktionsleitung:
Giosch Albrecht (Chur) und Wolfram Kurz (Tübingen)