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Unser Institut hat offiziell am 01. Februar 1986 seine Türen für Patienten und Ausbildungskandidaten geöffnet. Es stand 17 Jahre unter der fachlichen Leitung von Frau Dr. habil. Elisabeth Lukas. Seit dem 26. Februar 2003 ist Dr. phil.Otto Zsok der neue Institutsdirektor und fachliche Leiter.

Das Institut besitzt den Rechtsstatus einer gemeinnützigen  Aktiengesellschaft. Das gemeinnützige Institut ist seit Februar 1986 eine Wissenschafts- und Ausbildungsstätte, in der die originäre Logotherapie und Existenzanalyse gelehrt, angewandt und weiterentwickelt wird. Es ist eine postgraduierte Akademie, ein Ort der sinn- und wertorientierten Lebensberatung sowie Bildungsstätte für Persönlichkeitsformung nach den geistig begründeten Leitlinien der Logotherapie und Existenzanalyse.

Am 1./2. April 2011 fand der Jubiläumskongress zum 25-jährigen Bestehen unseres Instituts im Kulturzentrum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck statt. Teilgenommen daran haben rund 240 Personen. Der Kongress war ein wichtiges Ereignis und ein freudiger Erfolg in der Geschichte unseres Institutes.

Sinnsuchende Menschen, die in seelischer und geistiger Not sind, finden echte Lebenshilfe in der therapeutischen Ambulanz unseres Institutes. Fachleute und Interessenten können den vom Institut angebotenen Lehrgang in Logotherapie und Existenzanalyse absolvieren. Seit 1986 wurden in unserem Institut  über 1.000 Fachleute ausgebildet, die aus 18 Ländern gekommen sind.

Zur Geschichte des Institutes gehört eine Anmerkung, die tiefe Symbolik in sich birgt und die von Dr. Elisabeth Lukas so formuliert wurde:

„Der Sitz des Instituts ist nicht allzu weit von jenem Dachauer Außenlager entfernt, aus dem Professor Viktor Emil Frankl, der Begründer der Logotherapie, am 27. April 1945 von amerikanischen Soldaten befreit worden ist. Er hat seine dramatischen Erlebnisse in dem Bestseller-Buch „...trotzdem Ja zum Leben sagen“ niedergelegt, dem ein kleines Theaterstück von ihm beigefügt ist. Darin fällt u.a. das Wort ‚Buchenau’ (eine Kontamination aus den beiden Ortsnamen ‚Birkenau’ und ‚Buchenwald’). Beide Tatsachen, sowohl der ‚geschichtsträchtige Boden’, als auch der Name der S-Bahn-Station, an der das Institut bis August 2011 lag, enthalten eine tiefe Symbolik: hier in Buchenau soll das Werk fortgeführt werden, das jede Generation erneut und aufs Neue aufruft, ‚eine menschliche Tragödie in einen inneren Triumph zu verwandeln’ (Viktor Frankl).“

Es gehört in der Tat zur geistigen Kostbarkeit unseres Institutes, in der psychologischen, in der sinn- und wertorientierten Lebensberatung sowie in der Ausbildung drei anthropologische Thesen durchzuhalten. Sie sind Kleinodien des Geistes. Sie sind, wie in der Barockmusik der Basso continuo, unaufgebbare Grundlagen für unsere Wirkung im Institut.

1. Der Mensch ist stets von einem ursprünglichen „Willen zum Sinn“ durchdrungen.

2. Des Menschen letzte Wirklichkeit ist nicht das Psychophysikum (Soma und Psyche), sondern sein spezifisches Sein erstreckt sich in die geistige (noetische) Dimension hinein. Der Mensch ist geistige Person und als solche: frei und verantwortlich.

3. Der zu verwirklichende und wahrzumachende Sinn, der das Leben eines Menschen glücken läßt, ist transsubjektiv: nicht willkürlich zu machen und zu produzieren, sondern (mit Hilfe des Gewissens) zu entdecken. Der „Logos“ der Logotherapie, – der „Logos“, der am Anfang „ist“, – hat einen transzendenten Bezug.

Einige Zitate aus dem logotherapeutischen Schrifttum mögen den Geist dieses Konzeptes für das Gefühl näher bringen.

 

Was wir wollen, was wir brauchen, ist nicht nur das Geld, von dem wir leben können, sondern in erster Linie etwas, für das wir leben können – etwas, was unserem Leben Sinn gibt! Es gibt also nicht nur einen Hunger nach Brot, sondern auch einen Hunger nach Sinn! Und das wird auch im Wohlfahrtsstaat zuwenig berücksichtigt! Auch im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit. Die seelische Not des Arbeitslosen wird kaum berücksichtigt. (…) Die Depression hängt nicht allein davon ab, ob da einer arbeitslos ist oder nicht, sondern eher davon, ob er sein Leben sinnlos hält oder nicht. (…) Die Sinnorientierung ist nicht nur lebenswichtig, sondern überlebens-wichtig! (…) In jedem Menschen steckt das alte und ewige metaphysische Bedürfnis, sich Rechenschaft abzulegen über den Sinn des Daseins. (Viktor Frankl)


 

Der Anspruch der Logotherapie ist schlicht: Sie will Wegbereiter zu einem sinnvollen Leben sein. Es finden sich in ihr philosophische, medizinische, pädagogische, psychotherapeutische, psychiatrische und seelsorgerliche Aspekte, aber sie selbst ist wohl am besten zu charakterisieren als eine wahrhaft ganzheitliche Synopsis vom Menschen und seinem „Auftrag“ in dieser Welt. (…) Die Logotherapie kann zwar keine theologischen Antworten geben, aber sie kann eine Brücke bilden zur Vernehmung jener Antworten, die aus der unbewußten Geistigkeit des tiefsten (oder höchsten) Seins der Fragenden selbst entstammen. Um eine solche Brückenfunktion zu erfüllen, hat sie „Werkzeuge“ wie keine andere Psychotherapie. (Elisabeth Lukas)


 

Es gibt ein innerstes Zentrum in jedem Menschen. Dort im Innersten kann ein jeder Mensch den Sinn-Anruf, die Stimme des Logos vernehmen. Dort im Innersten seines Wesens kann er mit all seinen Seelenkräften den Logos erfühlen: den Logos, der ihn in seiner Einmaligkeit und Einzigartigkeit anspricht. (Otto Zsok)


 

Der Mensch als „Tempel des Geistes“ muß lernen, sich in seinem physischen Körper zu empfinden. Selbstempfindung in der Stille ist die erstrangige Aufgabe des Einzelnen. (Otto Zsok)


 Das letzte Sollen des Menschen ist eben nicht, sich vor Unannehmlichkeiten zu schützen, sondern sich in Gottvertrauen fruchtbar einzubringen in unsere Welt. Neben den eigenen Bedürfnissen gibt es auch eine Bedürftigkeit der Welt. Sie einfühlsam wahrzunehmen, ist für seelisch kranke Menschen „Medizin vom Feinsten“. (Elisabeth Lukas)